Tumoren innerhalb des Schädels können vom Gehirngewebe selbst, von den Hirnhäuten, den Hirnnerven, der Hirnanhangsdrüse oder den knöchernen Strukturen der Schädelbasis ausgehen. Abhängig von ihrer Art, Lage und Größe können sie unterschiedliche Beschwerden verursachen. Dazu gehören unter anderem Kopfschmerzen, epileptische Anfälle, Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen sowie Veränderungen des Gleichgewichts oder der Hormonproduktion.
Nicht jeder Tumor muss unmittelbar operiert werden. Die Entscheidung für eine Operation wird individuell anhand der Beschwerden, des Wachstumsverhaltens, der Lage des Tumors und des allgemeinen Gesundheitszustands getroffen. Dabei stimmen wir uns eng mit den beteiligten medizinischen Fachrichtungen ab.
Ziele einer Hirntumoroperation
Eine neurochirurgische Operation kann aus unterschiedlichen Gründen erforderlich sein. Mögliche Ziele sind:
- die Entlastung des Gehirns bei einer raumfordernden Wirkung des Tumors,
- die Verringerung von Beschwerden und neurologischen Ausfällen,
- die Wiederherstellung eines gestörten Abflusses des Nervenwassers,
- die Gewinnung von Tumorgewebe für eine genaue Diagnose,
- die möglichst vollständige und zugleich schonende Entfernung des Tumors,
- die Schaffung einer Grundlage für die weitere interdisziplinäre Behandlung.
Entscheidend ist die sogenannte maximal sichere Tumorentfernung: Der Tumor soll so weit wie medizinisch sinnvoll entfernt und das angrenzende gesunde Gewebe dabei bestmöglich geschützt werden.
Meningeome
Meningeome entstehen aus den Hirnhäuten und wachsen in der Regel verdrängend gegenüber dem Gehirn. Viele Meningeome wachsen langsam und werden mitunter zufällig im Rahmen einer bildgebenden Untersuchung entdeckt.
Abhängig von ihrer Lage und Größe können sie Kopfschmerzen, epileptische Anfälle, Lähmungen, Sprachstörungen oder andere neurologische Beschwerden verursachen. Ob eine regelmäßige bildgebende Kontrolle ausreicht oder eine Behandlung erforderlich ist, wird individuell entschieden.
Bei symptomatischen oder wachsenden Meningeomen kann eine operative Entfernung sinnvoll sein. Ziel ist eine möglichst vollständige und zugleich schonende Tumorentfernung.
Meningeome der Schädelbasis
Meningeome der Schädelbasis wachsen häufig in unmittelbarer Nähe zu Hirnnerven und großen Blutgefäßen. Dadurch unterscheiden sie sich operativ von oberflächlich gelegenen Meningeomen und stellen besondere Anforderungen an die Planung und Durchführung des Eingriffs.
Die Behandlung richtet sich nach der genauen Lage, der Größe und dem Wachstumsverhalten des Tumors sowie den vorhandenen Beschwerden. Bei einer Operation steht neben der Tumorentfernung insbesondere der Schutz der angrenzenden Nerven- und Gefäßstrukturen im Mittelpunkt.
Vestibularisschwannome
Vestibularisschwannome sind meist gutartige Tumoren, die von den Hüllzellen des Gleichgewichtsnervs ausgehen. Sie können unter anderem eine Hörminderung, Ohrgeräusche, Gleichgewichtsstörungen oder Beschwerden im Bereich des Gesichtsnervs verursachen.
Abhängig von der Größe und Lage des Tumors sowie den individuellen Beschwerden kommen eine regelmäßige Verlaufskontrolle, eine Bestrahlung oder eine Operation infrage. Die Behandlung wird interdisziplinär geplant.
Ist eine Operation erforderlich, werden der Zugangsweg und das operative Vorgehen sorgfältig festgelegt. Während des Eingriffs können gefährdete Nervenfunktionen mithilfe des Neuromonitorings kontinuierlich überwacht werden.
Hirneigene Tumoren
Hirneigene Tumoren entstehen aus Zellen des zentralen Nervensystems. Zu ihnen gehören insbesondere die verschiedenen Formen der Gliome. Diese unterscheiden sich deutlich in ihrem biologischen Verhalten und ihrer Wachstumsgeschwindigkeit.
Die genaue Bestimmung der Tumorart ist entscheidend für die weitere Behandlung. Hierfür wird im Rahmen einer Biopsie oder einer möglichst sicheren Tumorentfernung Gewebe gewonnen und anschließend feingeweblich sowie gegebenenfalls molekulargenetisch untersucht.
Bei einer Operation wird angestrebt, möglichst viel Tumorgewebe zu entfernen und gleichzeitig wichtige neurologische Funktionen zu erhalten. Abhängig von der Tumorart können anschließend weitere Behandlungen wie eine Strahlen- oder medikamentöse Tumortherapie erforderlich sein.
Glioblastome
Das Glioblastom ist ein schnell wachsender hirneigener Tumor. Die Behandlung erfolgt in der Regel interdisziplinär und umfasst verschiedene aufeinander abgestimmte Therapieverfahren.
Die Operation dient insbesondere dazu, die Raumforderung zu verringern, neurologische Funktionen möglichst zu erhalten oder zu verbessern und Tumorgewebe für die genaue Diagnostik zu gewinnen. Daran schließen sich abhängig vom individuellen Befund weitere Behandlungsschritte an.
Hypophysentumoren
Hypophysenadenome sind in der Regel gutartige Tumoren der Hirnanhangsdrüse. Sie können durch Veränderungen der Hormonproduktion oder durch Druck auf benachbarte Strukturen auffallen. Insbesondere bei einer Beeinträchtigung der Sehnerven können Sehstörungen auftreten.
Die Behandlung richtet sich nach der Größe und Hormonaktivität des Tumors sowie den vorhandenen Beschwerden. Sie wird gemeinsam mit den beteiligten Fachdisziplinen geplant. Bei entsprechender Indikation kann die operative Entfernung endoskopisch über die Nase erfolgen.
Chordome und Chondrosarkome
Chordome und Chondrosarkome sind seltene Tumoren der knöchernen Schädelbasis. Aufgrund ihrer Lage können sie in engem Kontakt zu Hirnnerven, Blutgefäßen und weiteren wichtigen Strukturen stehen.
Ihre Behandlung erfordert ein individuell abgestimmtes und häufig interdisziplinäres Konzept. Je nach Lage und Ausdehnung können mikrochirurgische oder endoskopische Operationsverfahren zum Einsatz kommen und durch weitere Therapieverfahren ergänzt werden.









