Bei einer Hüft-Totalendoprothese (Hüft-TEP) werden sowohl der Hüftkopf als auch die Hüftgelenkspfanne durch künstliche Komponenten ersetzt. Die Prothese besteht aus einer künstlichen Hüftpfanne, die im Becken verankert wird, einem Hüftschaft im Oberschenkelknochen sowie einem Prothesenkopf, der auf den Hüftschaft aufgesetzt wird. Gemeinsam bilden diese Komponenten ein neues, belastbares Hüftgelenk.
Während der Operation werden der geschädigte Hüftkopf einschließlich des Schenkelhalses entfernt und die verschlissene Gelenkpfanne sorgfältig vorbereitet. Anschließend werden die einzelnen Prothesenkomponenten präzise eingesetzt.
Je nach Knochenqualität und individueller Ausgangssituation erfolgt die Verankerung der Implantate entweder zementfrei oder mit Knochenzement. Wann immer möglich, bevorzugen wir eine zementfreie Versorgung. Dabei wird eine Titanschale nach dem sogenannten Press-fit-Prinzip passgenau in den Beckenknochen eingesetzt, wo sie einen festen Halt findet und im Laufe der Zeit mit dem Knochen verwächst. In diese Titanschale wird anschließend ein hochvernetztes Kunststoff-Inlay eingesetzt, das als Gleitfläche für den Prothesenkopf dient.
Ist eine zementfreie Verankerung aufgrund der Knochenqualität nicht sinnvoll, kann die Hüftpfanne sicher mit Knochenzement befestigt werden. Welche Versorgungsform die besten Voraussetzungen für ein langfristig stabiles Ergebnis bietet, entscheiden wir individuell für jede Patientin und jeden Patienten.
Der Prothesenkopf besteht – abhängig von den individuellen Anforderungen – aus hochwertiger Keramik oder einer Metalllegierung. Auch bei der Auswahl des Hüftschaftes stehen verschiedene moderne Implantatsysteme zur Verfügung. Grundlage für die Entscheidung sind die persönliche Anatomie, die Knochenqualität sowie der individuelle Aktivitätsgrad.
Die Auswahl des optimalen Implantats erfolgt auf Basis einer ausführlichen ärztlichen Beratung sowie einer digitalen präoperativen Planung anhand der Röntgenaufnahmen. So schaffen wir die Voraussetzungen für eine möglichst präzise Implantation, eine hohe Stabilität und eine langfristig erfolgreiche Versorgung.
Unfallchirurgie und Orthopädie
Dr. med. Gerhard Finkenzeller
Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurgie und Orthopädie, Spezielle Unfallchirurgie
Barbara Boer
Sekretariat Endoprothetikzentrum
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